Medibüro – Kiel

Geschichte des Medibüros

Vor sieben Jahren wurde das „Medibüro Kiel“ gegründet.

Auf einer Veranstaltung der „Interkulturellen Wochen“ im Jahr 2009 stellte das Berliner Medibüro seine Arbeit vor. Die Mehrheit der Besucher_Innen war sich einig: „Das machen wir hier auch.“

Seitdem treffen wir uns regelmäßig alle 14 Tage zum Plenum. Dort besprechen und verteilen wir die anliegenden Fragen und Arbeiten, wie z.B.: Wer macht „Sprechstunde“, wer schreibt einen Artikel, wer besucht die Parteien, wer macht einen Infostand?

Im ersten Jahr haben wir nur intern gearbeitet: Flyer auf deutsch und 10 anderen Sprachen erstellt, Praxen und andere im Gesundheitswesen Tätige gesucht, die unentgeltlich Patient_innen behandeln und viel diskutiert. Im Oktober 2010 ging es dann los mit der Vermittlungssprechstunde. Seitdem vermitteln wir jeden Dienstag zwischen 15 Uhr 30 und 17 Uhr 30 Patienten_Innen ohne Papiere und Neu-EU-Bürger_Innen ohne Versicherung zu ärztlichen Praxen aber auch zu Migrationsberatungen, Krankenhäusern und anderen Hilfsangeboten. Über 1350 Patient_innen konnte so geholfen werden.

Die Vermittlungsarbeit ist das eine Standbein- das zweite ist die politische Arbeit zur Abschaffung der Sondergesetze für Geflüchtete (wie das Asylbewerberleistungsgesetz) und zur Einführung eines anonymen Krankenscheins für alle Menschen. Wenn bei uns niemand mehr von der Gesundheitsversorgung ausgeschlossen ist, sind wir überflüssig. Das ist unser Ziel.

Zur Verbesserung der Situation der Geflüchteten und Migranten sind wir Mitglied bei PICUM – einer Brüsseler Lobbyorganisation beim EU-Parlament. Außerdem haben wir die Kampagne „Fairer Start ins Leben“ durchgeführt, um die Situation schwangerer Frauen und Neugeborener zu verbessern. Hier hat es kleine Erfolge gegeben: So arbeitet jetzt beim Gesundheitsamt eine Gynäkologin, die sich um Schwangere kümmert, Säuglinge können im Städtischen Krankenhaus geimpft werden, eine Klinik bietet die Möglichkeit für 300 Euro zu entbinden. Das ist ein Anfang – aber keine Vollversorgung.

Wir arbeiten alle ehrenamtlich und die Arbeit wird vollständig durch Spenden finanziert. Neben vielen großen und kleinen Spenden (vielen Dank an alle Spenderinnen und Spender) haben wir z.B. auch mal eine Kunstauktion veranstaltet, zu der Künstler_Innen ihre Werke gestiftet haben.

Viel Arbeit gibt es immer, auch mal Stress – aber auch: Spaß, politische Diskussionen und die Gewissheit mit anderen Menschen zusammenzusein, die sich der rassistischen Hetze entgegenstellen.