Fachleute aus dem medizinischen Bereich

Als medizinische Fachperson können Sie auf ganz unterschiedliche Weise unterstützen!

Eine zentrale Aufgabe des Medibüros ist die anonyme Vermittlung von hilfesuchenden Menschen ohne Papiere an qualifiziertes medizinisches Fachpersonal.

Daher suchen wir laufend

  • Ärzt*innen,
  • Arzthelfer*innen,
  • Apotheker*innen,
  • Therapeut*innen,
  • Hebammen
  • Einrichtungen der Labor- bzw. bildgebenden Diagnostik

die bereit sind ihre professionelle Kompetenz zur Verfügung zu stellen.

Was bedeutet das für Sie?

Sie bzw. Ihre Praxis wird in unsere Vermittlungsliste aufgenommen, sodass wir Patient*innen aus unserer Sprechstunde an Sie weiterleiten können. Sie erklären sich somit bereit, Menschen ohne Papiere kostenlos und anonym während Ihrer Arbeitszeit zu behandeln. Dies erfolgt nach telefonischer Absprache in Ihren Räumlichkeiten. Sie bestimmen die Häufigkeit Ihres Engagements entsprechend Ihrer Kapazitäten. Eine Teilnahme an den zweiwöchentlich stattfindenden Plena ist nicht notwendig, Sie sind hierzu aber jederzeit herzlich eingeladen! Sie werden hin und wieder durch Newsletter über unsere Arbeit informiert.

Wie läuft es ab?

 Vorbereitung:

Wenn Sie möchten, erklärt einer unserer Mitarbeiter*innen Ihnen und Ihren Kolleg*innen unser Projekt gerne auch persönlich z.B. in Ihrer Praxis, bringt Informationsmaterial mit und beantwortet Fragen. Außerdem können dabei individuelle Absprachen getroffen werden.

Anonymität: Die Patient*innen bekommen vom Medibüro einen Vermittlungsschein, auf dem ein von ihnen gewählter Name eingetragen ist. Im Medibüro Kiel wird dokumentiert, wann die Patient*innen mit welchen Beschwerden an welche medizinischen Fachleute vermittelt wurden. Außer des Geburtsjahres, des Herkunftslandes und des Wohnortes werden keine weiteren personenbezogenen Daten erhoben.

Kosten: Leider verfügt das Projekt Medibüro Kiel über keine regelmäßigen Einnahmen. Deshalb können anfallende Sachkosten nur nach Rücksprache übernommen werden. Ihre Arbeitszeit können wir leider nicht bezahlen.

Relevante Einrichtungen:

Das Amt für Gesundheit Kiel bietet folgende anonymisierte Leistungen an:

  • Sprechstunde zu sexueller Gesundheit und sexuell übertragbaren Krankheiten
  • HIV-Test
  • Schwangerschaftstests und Beratung zu Schwangerschaftsabbrüchen
  • Diagnostik einer TBC-Erkrankung

Der Kinder- und Jugendärztliche Dienst bietet in den verschiedenen Stadtteilen Beratungs- und Impfsprechstunden für Menschen ohne Papiere an.

Im Beratungsgespräch weisen wir die Patient*innen bereits auf diese Möglichkeiten hin. In einigen Fällen zeigt sich der Bedarf der Patient*innen aber auch erst in Ihrer Praxis. Verweisen Sie dann für diese Leistungen gerne an oben genannte Stellen weiter.

Labor: Für anfallende Laboruntersuchungen sollte, wenn möglich, ein mit uns kooperierendes Labor in Anspruch genommen werden. Halten Sie hierfür bitte während unserer Sprechstundenzeiten (immer dienstags von 15:30-17:30 Uhr) mit uns Rücksprache.

Medikamente: Falls die benötigten Medikamente von Patient*innen in einer Apotheke besorgt werden müssen, stellen Sie bitte ein Privatrezept aus.

Meldepflichtige Erkrankungen: Auch bei Menschen ohne Papiere müssen meldepflichtige Erkrankungen nach §19 Infektionsschutzgesetz beim Amt für Gesundheit gemeldet werden. Behandlungskosten werden hierbei in bestimmten Fällen übernommen. Die persönlichen Daten der Patient*innen müssen nur bei bestimmten Krankheiten mitgeteilt werden.

Bei Bedarf können Sie die betroffenen Patient*innen an uns zurückverweisen, falls eine weitere Behandlung organisiert werden muss.

Bildgebende Diagnostik: Wenn ein Röntgenbild o.a. erstellt werden soll, verweisen Sie die Patient*innen bitte an das Medibüro Kiel zurück. Wir arbeiten mit Radiolog*innen zusammen, die sich bereit erklärt haben, unentgeltlich Bildgebungen durchzuführen.

Ab- und Rücksprachen mit uns: Telefonisch ist das Medibüro nur während der Sprechzeiten (dienstags von 15.30 – 17.30 Uhr) zu erreichen. Der Anrufbeantworter wird ebenfalls nur an diesem Tag abgehört. In besonderen Fällen können Sie sich auch per E-Mail an uns wenden, der Eingang des Postfachs wird regelmäßig kontrolliert.

Sonstiger Beratungsbedarf: Sollten während der Behandlung andere gesundheitliche oder soziale Fragestellungen auftreten, verweisen Sie die Patient*innen gerne an uns zurück. Wir werden sie an entsprechende Fachberatungsstellen z.B. an Anwält*innen oder Frauenberatungsstellen vermitteln.

Überweisungen: Falls Sie nicht an Fachleute Ihres Vertrauens, anonym und kostenlos, vermitteln können, übernehmen wir gerne die Vermittlung der Patient*innen in unserem Netzwerk.

Verständigungsschwierigkeiten: In der Sprechstunde schätzen wir ein, ob die Patient*innen möglicherweise von Sprachmittler*innen in Ihrer Praxis begleitet werden sollten. Falls dennoch Verständigungsschwierigkeiten auftreten sollten, organisieren wir für einen neuen Termin entsprechende Sprachmittler*innen.